
Am Dom gibt's ab heute eine kleine, aber feine Ausstellung, die man sich fürs nächste Regenwochenende vormerken sollte: Das Museum Ludwig zeigt seit Samstag, 31. Oktober, in seinen Fotoräumen die Präsentation „Man Ray: Kiki“. Laufzeit ist bis zum 13. Juni 2027, ihr habt also reichlich Zeit. Trotzdem lohnt sich der frühe Blick, denn im Mittelpunkt steht eines der berühmtesten Fotos des 20. Jahrhunderts.
Worum es geht
Herzstück der Schau ist Man Rays Fotografie Le Violon d'Ingres von 1924. Sie zeigt Alice Prin, besser bekannt als Kiki de Montparnasse, als Rückenakt. Der Clou: Man Ray hat ihr die Schalllöcher einer Geige auf den Rücken gesetzt, sodass ihr Körper wie ein Streichinstrument aussieht. Das Ganze ist eine Anspielung auf den Maler Jean-Auguste-Dominique Ingres, der nicht nur für seine Akte bekannt war, sondern auch leidenschaftlich Geige spielte.
Kiki selbst war in den 1920ern eine echte Größe im Pariser Künstlerviertel Montparnasse: Sängerin, Schauspielerin, Malerin und eines der wichtigsten Modelle ihrer Zeit. Die Ausstellung zeigt deshalb nicht nur das berühmte Geigen-Motiv, sondern auch weitere Aufnahmen, die Man Ray von ihr gemacht hat, dazu Archivmaterial sowie historische Bild- und Tonaufnahmen von Kiki.
Warum gerade Köln
Das Kölner Exemplar ist keine Leihgabe, sondern gehört dem Museum Ludwig selbst. Es kam 1977 mit der Sammlung von L. Fritz und Renate Gruber ins Haus. Laut Museum handelt es sich um eine spätere, von Man Ray eigenhändig signierte Reproduktion. Spannend: Eine Fassung desselben Motivs wurde 2022 zur teuersten jemals versteigerten Fotografie. Die Präsentation erzählt deshalb auch, wie das Bild entstanden ist, welche Versionen es gibt und wie sich der Markt für Fotokunst entwickelt hat. Kuratiert hat die Schau Miriam Szwast, Kuratorin für Fotografie am Museum Ludwig.
Gezeigt wird das Ganze im Rahmen der Reihe „Sammlung Fotografie“. Das Museum besitzt rund 70.000 Fotografien und stellt in den Fotoräumen regelmäßig einzelne Themen und Fotograf*innen in den Fokus. Das heißt auch: Es ist eher eine kompakte Präsentation als eine riesige Blockbuster-Ausstellung. Perfekt also für einen Besuch zwischendurch, etwa nach einem Spaziergang am Rhein oder vor einem Kaffee in der Altstadt.
Die wichtigsten Infos
- Wo: Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, direkt neben Dom und Hauptbahnhof
- Wann: 31. Oktober 2026 bis 13. Juni 2027
- Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, auch an Feiertagen, also auch an Allerheiligen. Montags geschlossen, außer an Feiertagen.
- Eintritt: regulär 15,40 Euro, ermäßigt 10,40 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei
Tipp für Kölner*innen
Am ersten Donnerstag im Monat hat das Museum Ludwig bis 22 Uhr geöffnet, und wer in Köln wohnt, kommt an diesem Tag laut Museum ganztägig kostenlos rein. Der nächste Termin ist schon der 5. November. Ab 17 Uhr zahlen alle anderen an dem Abend 7 Euro. Ausweis mit Kölner Adresse nicht vergessen.
Fazit: Kurzer Weg, große Kunstgeschichte. Wer nach dem Kunst-Wochenende mit ART COLOGNE und Museumsnacht noch nicht genug hat, findet hier den perfekten Nachschlag.
Quellen
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